Alternativmedizin: Die Wirkung der Akupunktur

Bereits seit vielen tausenden Jahren ist Akupunktur ein Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin. Inzwischen ist sie aber auch bei uns längst eine beliebte Behandlungsmethode, die gerne als ergänzende Massnahme zur Schulmedizin eingesetzt wird. Die Bezeichnung „Akupunktur“ leitet sich von den lateinischen Wörtern „acus = die Nadel“ und „punctio = der Stich/das Stechen“ her.

In der Traditionellen Chinesischen Therapie spricht man vom Qi, der Lebensenergie eines Menschen. Und es herrscht die Auffassung, dass das Qi stets im Gleichgewicht sein sollte. Herrscht ein Ungleichgewicht oder ist der Fluss des Qi unterbrochen, kann dies zu Beschwerden und langfristig zu Krankheiten führen. Die Bahnen der Lebensenergie liegen unter der Haut und werden Meridiane genannt. Entlang dieser Meridiane liegen etwa 400 Akupunkturpunkte, über die sich der Verlauf der Lebensenergie beeinflussen lässt.

Was passiert während einer Akupunktur-Sitzung?

Bei der Akupunktur werden die Patienten in der Regel im Liegen behandelt. Der Therapeut sticht eine bestimmte Anzahl an sterilen Nadeln in die Haut. Dabei wählt er jeweils die entsprechenden Einstichpunkte entlang der Meridiane gemäss der vorliegenden Krankheit aus. Die Nadeln verbleiben daraufhin ungefähr eine halbe Stunde in ihrer Position. Die Behandlungsmethode ist annähernd schmerzfrei und die Nadeln sind nur während des Einstechens leicht zu spüren.

Um gegebenenfalls stärkere Effekte zu erzielen, kann der Therapeut die Nadeln (abhängig von der Behandlungsform) hin und her bewegen, sie erwärmen, oder sie mit Reizstrom versorgen. Eine weitere und ähnlich wirksame Akupunktur-Technik ist die Laser-Akupunktur, bei der man die betreffenden Stellen mit dem Laser stimuliert.

Auf welche Weise wirkt Akupunktur?

Es ist immer noch nicht komplett erforscht, welche Vorgänge bei einer Akupunktur-Behandlung im Körper ablaufen. Durch neuere Untersuchungen konnte man aber feststellen, dass sich während der Behandlung die Gehirnaktivität der stimulierten Hirnareale erhöht. Es kommt dann zu einer vermehrten Ausschüttung von sogenannten Glückshormonen, unter anderem von Endorphin, Enkephalinen und Serotonin. Diese Hormone haben nicht nur einen stimmungsaufhellenden und ausgleichenden Effekt auf die Psyche, sondern hemmen auch Schmerzen. Zudem wirken sie abschwellend und stärken allgemein das Immunsystem.

Welche Beschwerden lassen sich mit Akupunktur behandeln?

In erster Linie nutzt man die diversen Akupunktur-Techniken als begleitende Massnahme zur Schmerztherapie, wobei man insbesondere chronische Schmerzen mit der Methode behandelt. Die Rede ist hier vor allem von Leiden wie Rückenschmerzen, Arthrose oder Kopfschmerzen beziehungsweise Migräne.  Ausserdem kann Akupunktur viele weitere Beschwerden lindern: beispielsweise Allergien, Hautkrankheiten, Atemwegsbeschwerden und Magen-Darmprobleme. Darüber hinaus wird die Therapieform öfters zur Geburtsvorbereitung und auch während der Entbindung genutzt. Die Schmerzen während der Wehen lassen sich durch Akupunktur in den meisten Fällen wirksam lindern. Auch die Entbindungsphase lässt sich häufig durch Akupunktur verkürzen.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten einer Akupunktur?

Akupunktur ist eine der komplementärmedizinischen Behandlungsformen, die derzeit in der Schweiz von der Grundversicherung der Krankenkasse übernommen werden. Dies geschieht unter der Voraussetzung, dass die Therapie von einem von der Krankenkasse anerkannten Arzt durchgeführt wird. Möchte man häufiger unterschiedliche alternativmedizinische Behandlungsformen nutzen, kann es sich lohnen, eine ambulante Zusatzversicherung abzuschliessen. Sie deckt oft auch viele derjenigen alternativen Therapieformen ab, die nicht im Leistungskatalog der Grundversicherung verzeichnet sind. Es lohnt sich also, sich bei der Krankenkasse zu informieren.