Krankenkassen Prämien 2017: Es drohen erhebliche Preisanstiege

Die Kosten im Gesundheitswesen steigen kontinuierlich an und das hat spürbare Folgen für die Versicherten. Denn die Krankenkassen Prämien werden 2017 für viele Patienten wieder ansteigen. Allein im ersten Quartal dieses Jahres mussten die Krankenkassen für Behandlungen bereinigt zirka 7,7 Prozent mehr Geld aufwenden als im Vorjahreszeitraum. Prämienerhöhungen für die Versicherten könnten allenfalls gedämpft werden.

Prämiensteigerung 2017 weitaus höher als in den Vorjahren

Die Krankenkassen Prämien in der Grundversicherung sind zum Jahreswechsel um durchschnittlich 4,2 Prozent angestiegen. Diese Steigerung liegt im Vergleich zu anderen Jahren im Mittel, für 2017 werden allerdings deutlich höhere Prämiensteigerungen erwartet. Gesundheitsminister Alain Berset (SP) betonte erst im Mai, dass der Kostenanstieg im Gesundheitswesen und damit Prämienerhöhungen für Versicherte nicht gestoppt werden können. Die Gesellschaft altert, gleichzeitig schreitet die moderne Medizin voran.
Allerdings haben auch verschiedene Massnahmen des Bundesrates dazu beigetragen, dass die Krankenkassen unter einem grösseren finanziellen Druck stehen. Beispiel Haus- und Kinderärzte: Diese wurden durch eine Änderung ihres Tarifs (Tarmed) vor geraumer Zeit besser gestellt, wodurch Mehrkosten in Höhe von 200 Millionen Franken entstanden sind. Auf der anderen Seite erzielten erhoffte Einsparungen keine Wirkung. Vor allem bei den Medikamenten wird das deutlich.

Medikamentenpreise treiben Kosten in die Höhe

Die Preise für Medikamente werden nicht ausreichend einer wirtschaftlichen Prüfung unterzogen. Das führt zu einer zusätzlichen Belastung der Krankenkassen. Die Chefin der CSS Philomena Colatrella fordert zur Reduzierung von unnötigen Kosten ein Vetorecht der Versicherer, wenn ein unwirtschaftliches Medikament auf die Liste der Leistungen der Grundversicherung kommt. Momentan können nur die Pharmaunternehmen protestieren, wenn ein Medikamentenpreis aus ihrer Sicht zu niedrig angesetzt wird. Darüber hinaus ist es laut Colatrella wichtig, dass der Bund die Preise öfter überprüft. Statt einer Frequenz von drei Jahren müssten die Preise jedes Jahr untersucht werden.
Zusätzlich scheinen sich die Betrugsfälle bei der Abrechnung von Leistungen durch Ärzte zu häufen. Das berichtet die SonntagsZeitung. Auch Spitäler rechnen demnach Leistungen „in Abwesenheit des Patienten“ ab. Die Krankenkassen haben hierbei kaum eine Möglichkeit, nachzuvollziehen, ob die entsprechenden Leistungen tatsächlich erbracht wurden oder nicht.

Finanzmärkte beeinflussen Krankenkassen Prämien 2017

Neben den steigenden Kosten gibt es einen weiteren Preistreiber für die Krankenkassen. Die Kapitalerträge der Kassen sind durch die Niedrigzinsphase erheblich gesunken. Die Erträge werden jedoch mit den Prämien verrechnet. Da sich an der Lage an den Kapitalmärkten in nächster Zeit nichts ändern wird, bedeutet dies unweigerlich, dass die Krankenkassen Prämien 2017 für viele Kassenpatienten steigen werden. Schlimmer noch: Die Krankenkassen müssen höhere Reserven bilden, die Verwaltungskosten steigen.

Beschränkung der Wahlfranchise vorerst auf Eis

Viele Faktoren tragen zu den Prämiensteigerungen bei. Gesundheitsminister Berset hat ausserdem im letzten Jahr eine neue Regelung bezüglich der Wahlfranchisen durchsetzen wollen. Diese hätte die maximale Höhe der Franchisen beschränkt, für betroffene Versicherte wären damit erhebliche Prämienerhöhungen ab 2017 einhergegangen. Allerdings liegt das Vorhaben seit dem ersten Quartal dieses Jahres im Bundesrat auf Eis. Demnach müsste es diverse Änderungen durchlaufen, um umgesetzt zu werden. Falls es doch noch dazu kommt, kann sich die neue Regelung um ein Jahr verschieben. Damit droht ab 2018 ein neuer Kostenschock.