Zahnmedizin: Wann zahlt die Grundversicherung?

Viele zahnmedizinische Behandlungen werden von der Obligatorischen Grundversicherung der Schweiz nicht bezahlt. Hier sind Schweizer ohne Zusatzversicherung auf sich selbst gestellt. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Grundversicherung in der Zahnmedizin gar keine Kosten übernimmt. Wo die Obligatorische Grundversicherung in der Zahnmedizin greift, hat jetzt der Krankenversicherer EGK nochmals in seinem Kundenmagazin „Mir zlieb“ (1/2014) aufgelistet.

Die Grundversicherung greift sehr oft NICHT

Wann die Grundversicherung bei Zahnbehandlungen greift, ist in Kapitel 5 „Zahnärztliche Behandlungen“ der Krankenpflege-Leistungsverordnung geregelt. Relevant sind die Artikel 17 bis 19a. Die Grundversicherung zahlt zahnmedizinische Behandlungen etwa dann, wenn sie aufgrund einer in Artikel 17 aufgelisteten „schweren, nicht vermeidbaren Erkrankungen des Kausystems“ nötig werden. Laut Artikel 18 übernimmt sie auch die Kosten einer zahnärztlichen Behandlung, die durch eine Reihe schwerer Allgemeinerkrankungen oder ihrer Folgen bedingt und zur Behandlung des Leidens notwendig ist. Und es gibt noch weitere Fälle, in denen man bereits mit der Grundversicherung Schutz im zahnmedizinischen Bereich geniesst: Die Obligatorische Grundversicherung zahlt den Zahnarzt auch, wenn seine Arbeit „zur Unterstützung und Sicherstellung der ärztlichen Behandlungen notwendig sind“ und zwar unter anderem bei einem Herzklappenersatz oder bei einer Strahlentherapie. Schliesslich finanziert sie manche zahnmedizinischen Behandlungen, die durch ein Geburtsgebrechen nötig werden.

Das alles zeigt: Die Grundversicherung greift in der Regel nur bei Zahnbehandlungen, die aufgrund schwererer Erkrankungen notwendig werden. Und es bleiben viele Fälle, in denen die Grundversicherung NICHT zahlt. Die EGK nennt in ihrem Kundenmagazin explizit zahnärztliche Präventionsmassnahmen, Karies-Behandlungen, die Korrektur von Zahnfehlstellungen durch Zahnspangen und das Ziehen von Zähnen. Kommt eine Kostenübernahme der Obligatorischen Grundversicherung in Betracht, reicht der behandelnde Zahnarzt einen detaillierten Kostenvoranschlag bei der Krankenkasse ein, schreibt die EGK. Gemeinsam mit einem Vertrauenszahnarzt prüft der Versicherer dann das Anliegen. Gibt sie grünes Licht, kann der behandelnde Zahnarzt mit der Behandlung beginnen, die von der Grundversicherung gezahlt wird.

Eine Zusatzversicherung kann sinnvoll sein

Da die Grundversicherung Zahnbehandlungen nur in wenigen Ausnahmefällen zahlt, kann eine Zahnversicherung sinnvoll sein. Bei der EGK heisst die Zahn-Zusatzversicherung EGK-DENT. Der Schutz umfasst bei ihr grundsätzlich alle zahnärztlichen Behandlungen und Verrichtungen wie Prophylaxe, Konservierung, Prothetik und Kieferorthopädie. Wie hoch die Kostenübernahme ist, hängt von der konkreten Variante der Versicherung ab. Es gibt zwei Varianten, die „50% der vom Zahnarzt für Behandlungen innerhalb eines Kalenderjahres in Rechnung gestellten Kosten“ übernehmen. Sie unterscheiden sich bei der maximal innerhalb eines Jahres übernommenen Kostensumme: Das Limit beträgt bei der einen Variante 500 Franken und bei der anderen 1.000 Franken. Bei einer dritten Variante übernimmt die Zusatzversicherung 75% der Kosten bis zum Limit von 1.500 Franken. Klar ist bei alledem natürlich: Mehr Leistungen = höhere Prämien. Bei Interesse an einer Zahnzusatzversicherung sollte man daher überlegen, wie viel Absicherung man sich gönnen möchte und welche Prämien man bereit ist zu zahlen. Man sollte zugleich beim einem Krankenkassenvergleich verschiedene Angebote vergleichen, um so die individuell beste Variante zu finden.