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Abstehende Ohren: Wer trägt die Kosten?

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Operation, mit der abstehende Ohren korrigiert werden? Diese Frage stellte ein Vater für seine Tochter in der Onlineausgabe des Verbrauchermagazins Saldo.ch. Die Antwort ist erst einmal ernüchternd. Sie lautet: „In der Regel nicht“. Aber es gibt Hoffnung.

Was den Ausschlag gibt, ist der Leidensdruck

Grundsätzlich sind abstehende Ohren Schönheitsfehler und keine Krankheit, heisst es auf Saldo.ch, und für die Korrektur von Schönheitsfehler zahlt die Grundversicherung meistens nicht. Anders sieht die Sache aus, wenn etwa ein Kind aufgrund abstehender Ohren starkem Spott ausgesetzt ist. Dann übernimmt die Grundversicherung möglicherweise doch einen Teil oder gar die Gesamtheit der Kosten einer Ohrenkorrektur. „Kleinere Hänseleien“, die das Kind bisweilen treffen, reichen dafür aber meistens nicht aus. Stattdessen muss ein Leidensdruck mit Krankheitswert herrschen. Die Schweizerische Gesellschaft der Vertrauens- und Versicherungsärzte (SGV) zitiert hier ein Urteil des Schweizerisches Bundesgerichts und schreibt: Voraussetzung für die Kostenübernahme ist „ein nachgewiesenes psychisches Leiden mit Krankheitswert, welches mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den ästhetischen Mangel zurückzuführen ist und durch einen Korrektureingriff mit guten Aussichten wesentlich gebessert werden kann. (vgl. BGE K 85/99 Erw. 4 und 5)“.

Patienten, die eine Ohrkorrektur wünschen, oder aber Eltern von Kindern, für die solch ein Eingriff geplant wird, lassen sich den Leidensdruck durch die abstehenden Ohren am besten medizinisch bescheinigen und klären die mögliche Kostenübernahme von Anfang an mit der Krankenkasse ab. Wie eine Ohrenkorrektur bei abstehenden Ohren funktionieren kann, beschreibt beispielsweise das Unternehmen für ästhetische und plastische Chirurgie BelCare in seiner Broschüre „Korrektur abstehender Ohren“. Nach einem Schnitt hinter dem Ohr schwächen die Chirurgen den Ohrknorpel und nutzen Fäden, um das Ohr enger anzulegen, heisst es in der Broschüre. Es gibt allerdings diverse Varianten des Vorgehens bei der Korrektur von abstehenden Ohren, wobei bisweilen auch etwas Knorpelmasse vom Ohr entfernt wird. Der Eingriff wird bei älteren Kindern und Erwachsenen häufiger mit lokaler Anästhesie durchgeführt, während bei jungen Kindern ein Eingriff in Narkose empfohlen wird. Operierte erhalten nach der Operation für sieben Tage einen dicken Polsterverband, danach für etwa drei Wochen ein Stirnband, schreibt BelCare. Der eigentliche Eingriff dauert im Regelfall eine Stunde. Alle Angaben hier sind Orientierungswerte; reale Eingriffe können von ihnen abweichen.

Manche Zusatzversicherung macht Kostenübernahme sicherer

Teils existieren Zusatzversicherungen, die unter anderem eine Kostenübernahme bei einer Ohrenkorrektur aufgrund abstehender Ohren bieten. Solch eine Zusatzversicherung ist beispielsweise die Heilungskosten-Zusatzversicherung der Krankenkasse Wädenswil. Die Krankenkasse übernimmt im Rahmen ihrer Zusatzversicherung die „ästhetische Operation abstehender Ohren“. Das kann insbesondere dann wichtig werden, wenn die Anerkennung von psychischem Leidensdruck, der zu einer Kostenübernahme durch die obligatorische Grundversicherung führen würde, schwierig wird. Alleine die Option auf eine mögliche Kostenübernahme bei einer ästhetischen Ohrenoperation ist allerdings wohl noch kein ausreichender Grund, eine passende Zusatzversicherung abzuschliessen. Kommen allerdings weitere Leistungen hinzu, die auf den potenziellen Versicherungsnehmer attraktiv wirken, sollte er den Abschluss der Zusatzversicherung überlegen.

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