Alternativmedizin – ein paar Worte zu Moxibustion

Moxibustion ist eine Variante der Alternativmedizin. Sie ähnelt der Akupunktur, wie sie in Europa verstanden wird. Beides entstammt der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Allerdings geht es bei der Moxibustion (auch: Moxatherapie) nicht alleine um Nadeln (aber bisweilen auch), sondern um die Erwärmung spezieller Körperpunkte durch glimmendes Beifusskraut. Ihren Namen verdankt die Heilmethode trockenen Beifussfasern, die „Moxa“ genannt werden.

Die TCM selbst kennt die Unterscheidung zwischen Akupunktur und Moxibustion eher nicht. Das chinesische Wort für Akupunktur besteht aus zwei Zeichen, von denen eins Akupunktur und das zweite Moxibustion bedeutet, sodass eine Unterscheidung nur bedingt Sinn macht. Angewendet wird die Moxatherapie beispielsweise bei Atemwegserkrankungen wie Bronchitis, bei Magen-Darm-Erkrankungen sowie Problemen im Bereich der Nieren und/oder der Blase. Einige Zusatzversicherungen von Schweizer Krankenversicherer übernehmen einen Teil der Kosten für Moxatherapie.

Moxibustion: die Grundlagen

Wie die Akupunktur im engeren (europäischen) Sinn fusst auch die Moxibustion auf der aus China stammenden Idee, dass beim Menschen Lebensenergie (Qi) in Leitbahnen (Meridianen) durch den gesamten Körper geleitet wird. Krankheiten entstehen durch einen gestörten Energiekreislauf. An bestimmten Akupunktur- oder Moxibutionspunkten kann man auf den Energiefluss einwirken und so beispielsweise Störungen des Energiekreislaufs beseitigen. Bei einer Moxibution geschieht das mithilfe des glimmenden Beifusskrauts. Die Moxibution gehört zu den ältesten Therapien in der TCM, heisst es auf der Website des schweizerischen ErfahrungsMedizinischen Registers EMR.

Verbreitet war Moxibution nicht nur in China, sondern auch in Japan und Korea. Relativ früh kam die Heilmethode auch nach Europa: Der niederländische Pfarrer Hermann Buschoff hat sie im 17. Jahrhundert durch ein Buch bekanntgemacht. Seine schweren Gichtanfälle waren in Taiwan und Indonesien erfolgreich mit einer Moxibustion behandelt worden, berichtet das EMR. Auch der deutsche Arzt Engelbert Kaempfer hat mit seinem 1712 veröffentlichten Werk „Amoenitates Exoticae“ einen Beitrag zur Verbreitung der Moxibution in Europa geleistet. Er hat  60 Moxibustionspunkte beschrieben, heisst es auf EMR.ch weiter.

Vier Methoden der Moxatherapie

Letztlich geht es bei der Moxibustion immer darum, den jeweiligen Moxibustionspunkt mit glimmendem Beifusskraut zu erwärmen. Das geschieht mit unterschiedlichen Methoden. Eine davon ist die sogenannte Moxazigarre. Sie enthält Beifussfasern, wird entzündet und in etwa einem halben Zentimeter Abstand zum Moxibustionspunkt gehalten. Eine weitere Methode sind Moxakegel. Bei dieser Variante werden Ingwerscheiben auf den jeweiligen Moxibustionspunkt gelegt. Auf sie stellt man die Moxakegel und entzündet sie. Ingwerscheibe und Kegel werden zu den verschiedenen Moxibustionspunkten geschoben, um dort wirken zu können, berichtete das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) in einem Bericht vom August 2013. Eine weitere Methode ist die Moxanadel. Mit ihr wird die Wärme des glimmenden Moxas konzentriert an den jeweiligen Körperpunkt geleitet. Schliesslich gibt es noch selbsterwärmende Moxapflaster, die ebenfalls im Rahmen der Moxatherapie eingesetzt werden.

Einsetzbar bei Kälte, Erschöpfung und in weiteren Fällen

„Die Moxatherapie soll vor allem bei Kälte oder bei Erschöpfung helfen“, berichtet das SRF. Weitere Gesundheitsprobleme, bei denen Moxibustion helfen kann, sind (wie eingangs erwähnt) Bronchitis, Magen-Darm- sowie Nieren und/oder Blasenprobleme. „Nach westlicher Vorstellung trägt die Wärmebehandlung dazu bei, die Durchblutung des Gewebes zu verbessern, sie regt die Organfunktion an und stärkt die Immunabwehr“, schreibt das EMR. Wie bei allen alternativmedizinischen Methoden gilt: Sie sollten nicht als kompletter Ersatz für Schulmedizin dienen. Sie verantwortungsbewusst zu nutzen, bedeutet auch, ihre Chancen UND Grenzen zu kennen. Setzt man häufiger auf alternativmedizinische Methoden, sollte man überlegen, eine Zusatzversicherung für Alternativmedizin bei einer Krankenversicherung abzuschliessen.