Das Schweizer Gesundheitssystem in der OECD Statistik

2012 gab die Schweiz durchschnittlich umgerechnet 6.080 US-Dollar pro Person für die Gesundheit aus. Sie belegte damit Platz 3 hinter Norwegen (6.140$ p.P.) und den USA (8.745$ p.P.). Das berichtete jüngst die Solothurner Zeitung auf Basis von Zahlen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die bei den Gesundheitsausgaben pro Person in Bezug auf alle OECD-Länder einen Durchschnitt von 3484$ p.P. ausgemacht hat. Für uns waren diese Zahlen Anlass, noch weitere Blicke auf die OECD Daten rund ums Schweizer Gesundheitssystem zu werfen.

Schweizer Gesundheitssystem: oft Teil der Spitzengruppe

Auf 1.000 Bewohner kommen in der Schweiz durchschnittlich 3,9 ÄrztInnen, während der OECD-Durchschnitt bei 3,2 liegt. Bei der Zahl der Krankenschwestern/Pfleger liegt die Schweiz mit 16,6 pro 1.000 Einwohner sogar auf Platz 1 (OECD-Durchschnitt: 8,8). Mit 4,8 Krankenhausbetten pro 1.000 Einwohnern entspricht sie dagegen genau dem OECD-Durchschnitt. Die Ausgaben für Pharmazeutika pro Person liegen in der Schweiz bei 562$ p.P. und damit in der Nähe des OECD-Durchschnitts von 498$ p.P.

Schweizer konsultieren durchschnittlich viermal pro Jahr einen Arzt und liegen damit am unteren Ende der Skala aller OECD-Staaten. Der Durchschnitt liegt bei 6,7. Vorsichtig muss man allerdings mit Interpretationen sein. Das gilt für jede Statistik und somit auch für die OECD-Zahlen. So kann eine niedrige Anzahl an Arztbesuchen pro Person einerseits bedeuten, dass die Menschen im jeweiligen Land vergleichsweise gesund sind. Es kann aber auch bedeuten, dass sie aus anderen Gründen selten Ärzte aufsuchen, etwa weil sie hohe Kosten selbst tragen müssen. Anmerkung: Alle hier genannten OECD-Zahlen stammen aus 2012.

Selbst zahlen ist in der Schweiz verbreitet

Schweizer zahlen durchschnittlich 26% ihrer Gesundheitskosten selbst. Im europaweiten Vergleich und auch im Vergleich mit dem OECD-Durchschnitt (19%) ist das hoch, wenngleich noch weit von Mexiko entfernt, wo 45,2% aller persönlichen Gesundheitskosten von den Einwohnern selbst getragen werden. Das stützt die These, dass auch hohe Kosten zu seltenen Arztbesuchen führen. In Mexiko liegt die Durchschnittszahl  der Arztbesuche pro Jahr bei 3, was das Land zum Schlusslicht im OECD-Vergleich macht.

Schweizer, die ihre selbst gezahlten persönlichen Gesundheitskosten reduzieren wollen, sollten einerseits Krankenkassen vergleichen und andererseits schauen, ob eine Veränderung der Franchise oder eine passende Zusatzversicherung Sinn macht.