Die Vorteile und Nachteile einer veganen Ernährung

Vegane Ernährung scheint im Trend zu sein. Die Anzahl veganer Lebensmittel, Restaurants und Läden ist steigend. Auch in den Medien finden sich immer wieder Beiträge zu diesem Thema. Diese Art der Ernährung ist heftig umstritten, da sie sowohl viele Vorteile, aber auch Nachteile mit sich bringt. Auch wenn man auf tierische Produkte nicht verzichten möchte, kann es nützlich sein, sich mit diesem Thema zu befassen: Man setzt sich nämlich mit der eigenen Lebensweise und Ernährung auseinander, was sich schliesslich auch gesundheitsfördernd auswirken kann.

Vegane Ernährung: Ein Trend?

Das Thema der veganen Ernährung scheint momentan omnipräsent zu sein. Trotzdem ist die Zahl derjenigen, die beim Essen konsequent auf tierische Produkte verzichten, in der Schweiz immer noch relativ gering. Mike Schneider, Leiter Statistik bei Proviande, erklärt gegenüber „Der Landbote“: «Die Veganer sind sehr aktiv und vermarkten ihre kreativen Ideen gut. Effektiv handelt es sich aber um einen sehr kleinen Prozentsatz von Leuten, die ganz auf tierische Produkte verzichten.»

Die Vorteile

Zu einer veganen Ernährung gehört der Verzicht auf jegliche tierischen Produkte wie beispielsweise Fleisch, Milch, Eier oder Honig. Viele Menschen, die sich auf diese Art und Weise ernähren tun dies aus Gründen des Tierschutzes. Tiere würden zur Produktion von tierischen Erzeugnissen instrumentalisiert werden und alle Formen von Tiernutzung bedeuteten Tierleid, wie auf vegan.ch zu lesen ist. Ein anderer Grund sind die Umweltfolgen, die durch die Produktion von Fleisch enstehen: Für die Herstellung von einem Kilogramm Fleisch werden 16 Kilogramm Getreide und 15’500 Liter Wasser benötigt (Quelle: peta.de).

Zudem können auch gesundheitliche Aspekte für eine vegane Ernährung sprechen. In den Industrieländern ist der Fettkonsum mit etwa 132 Gramm pro Person und Tag rund zwei Mal zu hoch und 64 Prozent der konsumierten Fette stammen aus tierischen Quellen. Neben dem Fett- ist heutzutage aber auch der Eiweisskonsum zu hoch (rund 106 Gramm pro Tag gegenüber den notwendigen 60 Gramm). Und mehr als die Hälfte des Eiweisses stammt aus tierischen Quellen. Zuviel Eiweiss belastet den Stoffwechsel stark (Quelle: ulme.ethz.ch). Zudem konsumieren Veganer mehr Ballaststoffe in Form von Hülsenfrüchten, Vollkorn, Gemüse und Obst, was ebenfalls förderlich für eine gute Gesundheit ist.

Die Nachteile

Aber es gibt auch eine Kehrseite der Medallie. Einerseits ist eine vegane Ernährung oftmals schwierig umzusetzen. Gerade wenn man viel unterwegs ist, gestaltet es sich schwierig, immer vegane Menüs oder Produkte aufzutreiben. Die Umstellung auf eine vegane Ernährung ist zudem zeitaufwändig. Man muss sich eingehend mit den verschiedenen Lebensmitteln auseinander setzen. Tierische Erzeugnisse stecken nämlich in vielen Produkten: So enthalten Fruchtsäfe beispielsweise oftmals Gelatine oder Zucker wird mit Tierkohle gebleicht. Zudem muss unbedingt auf eine ausreichende Zufuhr bestimmter Vitamine und Nährstoffe geachtet werden. Dazu gehört das Vitamin B12, das praktisch nur in tierischen Produkten vorkommt oder das Vitamin D, das nur in einigen wenigen veganen Lebensmittel enthalten ist. Auch Eisen oder Zink gehören zu den Nährstoffen, die normalerweise vorwiegend durch tierische Produkte aufgenommen werden.

Ernährungsberatung kann helfen

Grundsätzlich ist es sicher von Vorteil, sich mit der eigenen Ernährung einmal bewusst auseinander zu setzten. Spielt man mit dem Gedanken diese komplett umzustellen, ist es ratsam, zuerst eine professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen, beispielsweise in Form einer Ernährungsberatung. Die Krankenversicherungen beteiligen sich im Rahmen von Zusatzversicherung oftmals an den Kosten für eine solche Beratung.

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