Falsche Versicherung: Jeder dritte Schweizer betroffen

Krankenkassenvergleiche lohnen sich. Dies zeigt eine neue Studie, welche von comparis.ch durchgeführt wurde. Gemäss der Studie sind 31 Prozent der Schweizer Bevölkerung nicht ihren Bedürfnissen entsprechend versichert. 1,8 Millionen Krankenversicherte besitzen also eine unpassende Grundversicherung. Dies bedeutet, dass die Versicherten mit einer passenden Versicherung insgesamt über eine halbe Milliarde Franken sparen könnten, wie der Pressemitteilung von comparis.ch zu entnehmen ist.

Versicherungsmodell: Kunden wollen möglichst tiefe Prämien

In der Schweiz kann nicht nur der Krankenversicherer frei gewählt werden, bei welchem man die Grundversicherung, welche bezüglich Leistungen überall identisch ist, abschliessen möchte. Zusätzlich kann auch zwischen den Versicherungsmodellen Standard, Hausarzt, HMO oder Telmed gewählt werden. Gemäss der Studie wird die Wahl des Versicherungsmodells vor allem durch die höhe der Prämie beeinflusst. 82 Prozent der Befragten legen Wert auf eine möglichst tiefe Prämie. Neben tiefen Kosten ist es für Herr und Frau Schweizer wichtig, dass sie ihren Arzt frei wählen können. 78 Prozent wollen eine freie Arztwahl.

Hohes Sparpotential durch Krankenkassenwechsel

«Bevor man Kassen und Modelle vergleicht, sollte man sich fragen, was einem wichtig ist, wenn man zum Arzt muss», sagt Felix Schneuwly, Krankenkassen-Experte von comparis.ch. Ist man sich dessen bewusst, kann durch einen Krankenkassenvergleich und das Einholen von Offerten für ein passendes Modell die richtige Versicherung gefunden werden. Die Vorteile eines Wechsels von einem unpassenden zum richtigen Versicherungsmodell zeigen sich auch auf dem Bankkonto: Durch den Wechsel können durchschnittlich nämlich 318 Franken gespart werden.

Wechsel der Kasse: Darauf sollte geachtet werden

Sucht man nach einem neuen Versicherer, sollte man sich nicht einfach für den günstigsten Anbieter entscheiden. Diese sparen oftmals bei Leistungen und Service. Der Service kann im Voraus getestet werden, indem man Kontakt mit der Kasse aufnimmt und beispielsweise eine Offerte anfordert. Dadurch kann in Erfahrung gebracht werden, ob Fragen kompetent beantwortet werden oder wie lange es dauert, bis auf ein Anliegen reagiert wird. Auch teurere Kassen können eine Option sein, da diese teilweise Sparmodelle anbieten.

Vor dem Abschluss einer neuen Versicherung sollte der gewählte Anbieter geprüft werden. Beispielsweise können Verwandte und Bekannte nach Erfahrungen mit dem gewählten Krankenversicherer gefragt werden. Eine weitere Möglichkeit, an Informationen und Bewertungen zu kommen, ist das Durchforsten von Internetforen. Zudem sollten verschiedene Angebote der Kasse studiert und verglichen werden. Dazu gehören: “Versicherungsmodelle, Produkte in der Zusatzversicherung, Schulungsprogramm für den Umgang mit ausgewählten Krankheiten (Disease Management), Kurse zu Ernährung und Bewegung, Gesundheits- und Sportartikel, telefonische Beratung zu medizinischen Themen, Notfalldienstleistungen bei einem Auslandsaufenthalt“, wie beobachter.ch schreibt. Auch nach einem Vergleich sollte man bezüglich der billigsten Prämien kritisch sein. Kleinkassen, die besonders gut abschneiden, erhalten einen grossen Zulauf und sind schnell überfordert.

Ist man sich nicht sicher, ob man das richtige Versicherungsmodell gewählt hat, sollte man sofort noch Krankenkassen vergleichen und bei Bedarf die bestehende Versicherung noch bis zum 30. November kündigen.