Schafgarbe – Hilfe aus der Natur: Heilpflanzen und ihre Wirkung

Schafgarbe – Achillea millefolium

Die Schafgarbe wirkt als Heilpflanze krampflösend und blutstillend. Sie kann zudem die Verdauung fördern und Entzündungen hemmen. In erster Linie setzt man sie daher zur Behandlung von Verdauungsstörungen oder Magenproblemen ein. Ausserdem ist sie seit langer Zeit ein traditionelles Mittel zur Blutstillung und Heilungsförderung von Hautverletzungen.

Zu therapeutischen Zwecken nutzt man das gesamte Kraut mit seinen Blüten, in denen besonders hohe Konzentrationen des ätherischen Öls enthalten sind. Die Hauptwirkstoffe der Heilpflanze sind das ätherische Öl, Azulen, Bitterstoffe, Cineol, Cumarine, Flavonoide, Sesquertipene, Salizylsäure, Gerbstoffe, Campfer, Polyine sowie diverse Triterpene.

Die Schafgabe mag auch höhere Regionen

Die Schafgarbe ist in Europa, Asien sowie in den USA und Kanada heimisch. In diesen Regionen findet man sie oft auf stickstoffreichen Böden, beispielsweise auf Wiesen und Weiden oder am Wegesrand. Sie fühlt sich zudem in Höhenlagen von bis zu fast 2000 Metern wohl.

Geschichte der therapeutischen Nutzung

Wie archäologische Grabungen hervorgebracht haben, nutzte man die Schafgarbe schon vor ca. 60.000 Jahren. Ob ihre heilsame Wirkung zu dieser Zeit bekannt war oder ob sie damals lediglich als Nahrung diente, wissen wir allerdings nicht. Der Sage nach hat auch der griechische Held Achilles das Kraut sehr geschätzt und zur Blutstillung bei Kriegsverletzungen verwendet. Der botanische Name der Pflanze trägt daher auch den Gattungsnamen achillea. Der andere Bestandteil millefolium bedeutet übersetzt soviel wie Tausendblatt, da die Schafgarbe ganz viele feine Blättchen besitzt.

Insbesondere durch ihre blutstillenden Eigenschaften erfreute sich die Schafgarbe bereits im Altertum grosser Beliebtheit. So behandelte man mit der Heilpflanze die Wunden verletzter Soldaten, weshalb sie von den Römern unter anderem herba militaris genannt wurde. Auch bei Dioskurides stand die Heilpflanze sehr hoch im Kurs. Der im 1. Jahrhundert nach Christus im römischen Kaiserhaus und beim Militär dienende Arzt setzte sie nicht nur als blutstillendes Mittel ein, sondern sah in ihr auch ein geeignetes Heilmittel gegen Geschwüre.

Im Mittelalter wurde die Heilpflanze ebenfalls überwiegend zur Blutstillung, aber auch als Heilmittel gegen Geschwüre eingesetzt, wie wir durch die Aufzeichnungen der kräuterkundigen Äbtissin Hildegard von Bingen (1098-1179) wissen.

Anwendung der Schafgarbe

Wie viele Heilpflanzen lässt sich auch die Schafgarbe innerlich wie äusserlich anwenden.

Innerliche Nutzung der Schafgarbe

Zur innerlichen Behandlung eignen sich insbesondere der Presssaft der Schafgarbe sowie ein Teeaufguss aus getrockneten Pflanzenteilen. Die in der Pflanze enthaltenen Bitterstoffe können Verdauungsproblemen entgegenwirken. Zusammen mit den Flavonoiden entfaltet das ätherische Öl zudem einen krampflösenden Effekt, der bei Magenkrämpfen sowie Menstruationsschmerzen helfen kann.

Äusserliche Nutzung der Schafgarbe

Bei Verletzungen sowie Entzündungen der Haut oder Schleimhaut sowie bei Ekzemen kann man stark konzentrierten Schafgarbentee oder Schafgarbentinktur auf eine Kompresse geben und einige Minuten auf die betroffene Stelle legen. So kann die Heilpflanze durch adstringierende und antibakterielle Eigenschaften, die sie insbesondere durch die Gerbstoffe und ihr Azulen entfaltet, Blutungen stillen und die Heilung begünstigen. Häufig verwendet man Schafgrabentinktur auch als schnelle Hilfe gegen Nasenbluten.

Warnhinweis

Bei einer Allergie gegen Korbblütler sollte man Schafgarbe nicht verwenden, da es zu einer Kontaktdermatitis kommen kann. Auch Schwangere sollten zur Sicherheit auf die Einnahme der Heilpflanze verzichten oder sich vor einer Einnahme von Schafgarbenextrakten zumindest mit einem Arzt beraten.

Medizinische Therapie

In der medizinischen Praxis der Schweiz gehört die Phytotherapie zumindest vorläufig zu denjenigen Therapien aus der Komplementär- medizin, deren Kosten von der Grundversicherung übernommen werden, sofern bestimmte Voraussetzungen dafür gegeben sind. An vielen anderen alternativmedizinischen Behandlungen beteiligen sich die Krankenkassen dagegen nur dann, wenn der Versicherungsnehmer eine entsprechende Zusatzversicherung abgeschlossen hat.