Keuchhusten: Übertragung trotz Impfung?

Mit der Einzug des Winters und der Kälte kommen auch die zugehörigen Leiden: Erkältung, Grippe und Co. Lassen nicht lange auf sich warten. Um sich dagegen zu schützen, gibt es gegen fast alle Winterepidemien mittlerweile Impfungen. Und wer geimpft ist, bleibt gesund.

Nicht so beim Keuchhusten: Forscher haben herausgefunden, dass die Krankheit dennoch übertragen werden kann, auch wenn man geimpft ist! Die Studie, die im FDA (amerikanische Arzneimittelbehörde) durchgeführt wurde, hat dafür Indizien entdeckt. Dafür haben sie entdeckt, dass geimpfte Affen zwar nicht selber erkrankten, die Erreger aber auf ungeimpfte Genossen übertrugen.

„50-Jahres-Hoch“

Dies könnte ein Hinweis auf das „50-Jahre-Hoch“ sein: Dieses Jahr sind in den USA mehr als 42’000 Personen an Keuchhusten erkrankt, obwohl die Mehrheit der Bevölkerung geimpft ist. Auch in der Schweiz stiegen die Zahlen stark an, wie die NZZ berichtet. Im Jahre 2011 waren es noch 4700 Fälle, ein Jahr später bereits 7400! Die Forscher legen deshalb nahe, die Impfstoffe zu verbessern.

Geteilte Meinungen

Allerdings sehen dies nicht alle so akut: Experten des Paul-Ehrlich-Instituts sehen die Erklärungsleistung der Studie als minimal, da nur wenige Tiere am Experiment beteiligt waren. Zudem wurden die Erreger lediglich übertragen, man hat keinen Ausbruch der Krankheit bemerkt.

Symptome

Der Keuchhusten ist eine hoch ansteckende Infektionskrankheit, die vor allem Kinder unter fünf Jahren erleiden. Dabei wird ein Bakterium namens Bordetella pertussis übertragen, welches anschliessend für Lungenentzündungen, Krampfanfälle und eine Schädigung des Gehirns verantwortlich sein kann.

Impfung in der Schweiz

Hierzulande wird seit mehr als 70 Jahren gegen Keuchhusten geimpft; ab 1996 verbreitete sich dann die Verwendung eines azellulären Impfstoffes. Wer geimpft wurde, bleibt ca. 10 Jahre lang immun. Aufgrund der Zunahme der Fälle auf 4700 Erkrankte im Jahre 2012 in der Schweiz und auch in anderen Ländern hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) dieses Jahr die Impfstrategie angepasst. Neu sollen Jugendliche zwischen 11 und 15 Jahren im Rahmen der Diphtherie- und Tetanus-Impfung gegen Keuchhusten geimpft werden, sowie Schwangere, deren letzte Impfung fünf Jahre zurückliegt. Insbesondere Menschen mit engen Kontakten zu Säuglingen sollten ausreichend geimpft sein, da diese besonders gefährdet sind.

(Quelle: nzz.ch vom 25.11.13)