Neue Spitalfinanzierung: Prämienanstieg von bis zu 7.6 Prozent

Nächstes Jahr tritt die neue Spitalfinanzierung in Kraft. Unter anderem hat diesen einen Einfluss auf die Krankenkassenprämien. In 19 Kantonen droht teilweise ein massiver Anstieg der Prämien. In gewissen Kantonen sinken die Prämien dagegen.

Wie immer wieder in den letzten Jahren müssen müssen sich Krankenversicherte auf einen Prämienanstieg vorbereiten. Doch mit der Umsetzung der neuen Spitalfinanzierung 2012 dürfte sich dieser Prämienanstieg zu einem Prämienschock entwickeln. In den meisten Kantonen werden die Prämien steigen – in einigen auch sinken. Wie die der Dachverband santésuisse mitteilte, beträgt der durchschnittliche Prämienanstieg in der Schweiz 1.6 Prozent.

Bei der neuen Spitalfinanzierung entscheiden die Kantone selber, wie viel sie in die stationäre Behandlung in den Listenspitälern beisteuern. Allerdings hat der Bund bis ins Jahr 2017 eine Bandbreite vorgegeben. Doch kein einziger Kanton ist bereit, den Prämienzahler zu entlasten. Rein gesetzlich wäre dies möglich, da ein höherer Kantonsteil zulässig ist.

Selbst der Vizepräsident der kantonalen Konferenz der Gesundheitsdirektion (GDK), Carlo Conti, kritisierte die Kantone und betonte, dass die Schweiz von allen OECD-Ländern am wenigsten Geld in das Gesundheitssystem steckt – mit verheerenden Auswirkungen auf den Mittelstand. Der Basler Regierungsrat Conti erklärte weiter, warum auch in den Kantonen, welche einen hohen Anteil an Fallpauschalen übernehmen, die Krankenkassenprämien massiv steigen. „Der Systemwechsel ist nicht allein verantwortlich für den Prämienschub. Die neue Spitalfinanzierung bringt erstmals eine Vollkostenrechnung in die Grundversicherung. Darin enthalten seien auch die Investitionskosten der Spitäler enthalten, die bisher allein von den Kantonen gedeckt wurden.“

Basel Stadt als grosser Verlierer
Am härtesten trifft es den Kanton Basel Stadt, obwohl dieser bereits heute das höchste Prämienniveau der Schweiz aufweist. Obwohl Basel Stadt auf das Maximum von 55 Prozent geht, muss mit einem Prämienanstieg von 7.6 Prozent gerechnet werden. Mit einer Prämienerhöhung von 6.1 Prozent müssen sich die Bewohner im Kanton Appenzell-Innerhoden machen. Der Halbkanton beteiligt sich mit 49 Prozent an den Fallpauschalen. In Zürich steigen die Prämien nächstes Jahr um 4.9 und in Freiburg und St. Gallen um je 4.7 Prozent.

Kantone mit einer Prämiensenkung
Bei der neuen Spitalfinanzierung gibt es aber nicht nur Verlierer. Immerhin werden in einigen Kantonen die Krankenkassenprämien gesenkt. Santésuisse erwartet im Kanton Tessin eine Prämiensenkung von 6.6 Prozent und im Kanton Bern von 4.9 Prozent. Beide Kantone beteiligen sich mit 55 Prozent an den Fallpauschalen. Ebenfalls zu diesem Prozentsatz beteiligt sich der Kanton Graubünden. Dort wirkt sich dies neutral auf die Prämien aus. In weiteren vier Kantonen werden die Prämien um einige Zehntelprozente gesenkt.

Prämienübersicht

Kanton Anteil Kanton (in Prozent) Prämieneffekt (in Prozent)
BL 55 1.1
BS 55 7.6
BE 55 -4.9
AG 47 1.9
AI 49 6.1
AR 47 4.7
FR 47 4.7
GE 55 4.5
GL 52 3.2
GR 55 0.0
JU 55 0.5
LU 50 0.1
NE 55 2.8
NW 45 5.2
OW 47 4.6
SH 53 1.8
SG 50 4.7
SO 50 3.1
SZ 50 2.6
TG 48 -0.6
TI 55 -6.6
UR 52 2.7
VD 55 2.5
VS 52.5 1.7
ZG 47 0.1
ZH 51 4.9
CH 1.6

Quelle: Santésuisse

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