Originalmedikamente oder Generika?

Am 2. Februar 2011 trat in der Krankenpflege-Leistungsverordnung eine wichtige Änderung in Kraft. Das Eidgenössische Departement des Innern beschloss darin, unter welchen Umständen Generika zum Einsatz kommen und in welchem Fall Originalmedikamente bezahlt werden.

Unter Generika werden Medikamente verstanden, die die gleichen Wirkstoffe wie das Originalmedikament enthalten, aber von einem anderen Pharmaunternehmen hergestellt werden. Die Produktion von Generika ist erst dann möglich, wenn die Patente für das Originalmedikament abgelaufen sind. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist das Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure, weltweit bekannt als Aspirin, das seit vielen Jahren mit unterschiedlichen Bezeichnungen ergänzend auf dem Markt ist.

Die Änderung in der Krankenpflege-Leistungsverordnung beinhaltet Aussagen über den sogenannten Selbstbehalt. Für Arzneimittel, bei denen der Höchstpreis den Durchschnitt der höchsten Preise im günstigsten Drittel aller Arzneimittel mit den gleichen Wirkstoffen um mindestens 20 Prozent übersteigt, macht der Selbstbehalt 20 Prozent der Kosten aus, die die Franchise übertreffen. Für die Berechnung wird das günstigste Drittel des Höchstpreises der umsatzstärksten Packungen herangezogen. Die Festlegung und Berechnung erfolgt am 1. November oder ab dem Zeitpunkt, wenn das erste Generikum in die Spezialitätenliste aufgenommen wird.

Wenn der Preis für ein Originalpräparat nach dem Ablauf des Patents auf das Preisniveau eines Generikums gesenkt wird, so gilt in den ersten 24 Monaten nach der Preissenkung ein Selbstbehalt von 10 Prozent.

Für Sie als Patient bedeutet dies: Mit der Verordnung eines Generikums sparen Sie Kosten. Generika sind in aller Regel wesentlich günstiger als Originalpräparate. Die Wirkstoffe sind die gleichen, Sie haben keinerlei Einschränkungen zu befürchten. Sollte Ihr Arzt oder Chiropraktor jedoch aus medizinischen Erwägungen ein Originalpräparat verschreiben, kommen keine höheren Kosten auf Sie zu.

Immer jedoch werden Sie von Ihrem Arzt darüber informiert, wenn in der Spezialitätenliste mindestens ein Generikum genannt wird, das mit dem Originalpräparat ausgetauscht werden kann. Generell gilt, dass der Einsatz von Generika die Kosten der medizinischen Versorgung senkt. Gleiche Wirkstoffe für weniger Geld, das ist eine Möglichkeit, der Preisspirale zu entkommen. Achten Sie deshalb darauf, was Ihnen Ihr Arzt verschreibt. Wenn Ihnen ein Originalmedikament verschrieben wird, sollten Sie sicher stellen, dass dies aus medizinischen Gründen notwendig ist, um die Kosten des Selbstbehalts nicht unnötig in die Höhe zu treiben.