Reizdarmsyndrom – Auslöser können psychische Faktoren sein

Über gewisse Erkrankungen spricht man nicht gerne – dazu gehören auch Probleme mit dem Magen-Darm Bereich. Dabei leiden in der Schweiz etwa 15 Prozent aller Menschen an Darmproblemen. Diese äussern sich durch Symptome wie Durchfall, Verstopfung, Schmerzen und Blähungen. Diese können nicht nur organische, sondern auch psychische Ursachen haben. Für unser seelisches Wohlbefinden spielt der Darm nämlich eine zentrale Rolle.

Der Darm: Ein sensibles Organ

In unserem Alltag hören wir oftmals auf unser „Bauchgefühl“, manchmal haben wir „Schmetterlinge im Bauch“ oder wenn wir wütend sind kommt uns „die Galle hoch“. Diese Redensarten kommen nicht von ungefähr. Stimmt etwas mit unserem Magen-Darm Bereich nicht, wird unsere Lebensqualität erheblich beeinflusst und umgekehrt zeigen sich psychische Belastungen wie beispielsweise Stress oft auch durch organische Symptome. Das Nervensystem des Darms hat nämlich viel mehr Nerven als das menschliche Gehirn, wie Christa Meyenberger, Chefärztin der Gastroenterologie und Hepatologie am Kantonsspital St. Gallen, im aktuellen Sanitas Magazin erklärt.

Das Reizdarmsyndrom: Definition und Ursachen

Gemäss der Magendarm Liga Schweiz leiden 10 bis 15 Prozent aller SchweizerInnen unter dem Reizdarmsyndrom, das sich durch Beschwerden wie Bauchschmerzen, veränderte Stuhlgewohnheiten (chronische Verstopfung, Durchfall oder abwechslungsweise beides) sowie Blähungen äussert. Dadurch wird zwar die Lebensqualität erheblich beeinflusst, ernstere Folgen müssen jedoch nicht befürchtet werden. Das Reizdarmsyndrom erhöht weder das Risiko, an einem Tumor des Magen-Darm-Traktes zu erkranken, noch fördert es die Entwicklung von entzündlichen Darmkrankheiten wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa.

Liegen dem Reizdarm keine organischen Ursachen zugrunde, kommen verschiedene weitere Auslöser dafür in Frage. Die genaue Ursache wurde zwar bis heute nicht geklärt, jedoch können beispielsweise Unverträglichkeiten (von Milchzucker oder bestimmten Nahrungsmittel) Beschwerden auslösen. Auch die familiäre Häufung der Erkrankung, Stress, die Ernährung oder frühere Infektionen im Darm und psychische Faktoren werden in Betracht gezogen.

Therapie: Gesunde Ernährung und psychologische Unterstützung

Da die genauen Ursachen des Reizdarms unbekannt sind, zielt die Therapie vor allem auf die Linderung der Beschwerden ab. Einerseits sollte man auf eine gesunde Ernährung achten. Dazu gehören in diesem Fall vor allem genügend Ballaststoffe und ausreichend Flüssigkeit, um die Verdauung anzuregend. Zudem sollte man sich Zeit lassen beim Essen.

Andererseits kann auch psychische Unterstützung helfen. Vor allem dann, wenn Beschwerden des Reizdarmsyndroms verstärkt bei Stress oder Konflikten auftreten. Diese kann aus Entspannungsübungen wie zum Beispiel autogenem Training oder Meditation bestehen. Auch eine gezielte psychotherapeutische Unterstützung (z.B. psychoanalytische Gesprächstherapie, Verhaltenstherapie, Hypnose) kann wirken.

Welche Versicherung übernimmt die Kosten?

Bevor man sich jedoch in eine psychotherapeutische Therapie begibt, sollte man sich nach den Kosten der gewünschten Dienstleistung erkunden. Die Krankenversicherungen übernehmen im Rahmen der Grundversicherung nur die Kosten von Psychotherapien, die von einer Ärztin/einem Arzt verschrieben wurde. Zusatzversicherungen hingegen decken einen gewissen Kostenanteil an Psychotherapien von frei praktizierenden Psychotherapeuten ab. Voraussetzung für eine Kostenübernahme ist jedoch, dass die Therapeutin/der Therapeut auf der so genannten «santésuisse-Liste» aufgeführt ist.