St. Gallen hat schwarze Liste säumiger Zahler eingeführt

Wer seine Prämien künftig nicht bezahlt, landet auf einer schwarzen Liste. Die Sozialversicherungsanstalt in St. Gallen (SVA) hat Anfang Jahr eine Liste säumiger Prämienzahler eingeführt. Versicherte, die darin aufgeführt sind, können bei ihrer Krankenkasse keine Ansprüche für Kostenübernahmen mehr geltend machen.

Immer mehr Kantone führen schwarze Listen

Was die Grundversicherung anbelangt, erbringen Krankenversicherungen normalerweise Leistungen auch, wenn Prämienzahlungen der Versicherten noch ausstehend sind. Dies gilt jedoch nicht für alle Kantone. Immer mehr Kantone führen schwarze Listen mit säumigen Prämienzahlern. Der Kanton Thurgau hat als erster eine solche Liste im Jahr 2007 eingeführt.

Krankenkassen: Leistungen nur noch im Notfall

Das Ziel der Listen besteht darin, die Zahlungsmoral der Versicherten zu verbessern und die Anzahl der Verlustscheine bei den Kassen zu senken. Der Kanton beteiligt sich an diesen mit einem Anteil von 85 Prozent. Vergisst man einmal eine Prämienrechnung bezahlen landet man jedoch noch nicht gleich auf der Liste. „Bis eine Person auf dieser schwarzen Liste eingetragen wird, muss diese mehrere Mahnungen ignoriert haben und die Betreibung muss eingeleitet worden sein“, erklärt Silvia Schnidrig, Leiterin Unternehmenskommunikation der Swica, gegenüber dem St. Galler Tagblatt. Für diejenigen Personen, die auf der Liste eingetragen sind, erbringen die Krankenkassen keine Leistungen mehr, bis alle ausstehenden Zahlungen vollständig beglichen sind. Lediglich in Notfällen kann die versicherte Person noch einen Anspruch auf Zahlung geltend machen. Wann ein Notfall vorliegt, entscheiden die Ärzte.

St. Gallen führt neu eine schwarze Liste

Nach den Kantonen Kantone Solothurn, Luzern, Zug, Tessin, Thurgau,  Schaffhausen, Aargau und Graubünden hat nun auch St. Gallen Anfang Jahr eine solche Liste eingeführt. Mit der Liste sollen nicht die bestraft werden, die nicht zahlen können, sondern diejenigen Personen, die nicht zahlen wollen, erklärt Schnidrig weiter. Deshalb werde bei einem Eintrag in die Liste die finanzielle Situation und der zeitliche Verzug der Zahlung berücksichtigt, sagt Reto Pfändler, Medienverantwortlicher der SVA, gegenüber 20min.ch.

Bisher haben die Kantone unterschiedliche Erfahrungen mit den Listen gemacht. Im Kanton Aargau funktioniert die Liste beispielsweise noch nicht einwandfrei, wie srf.ch Ende September 2014 mitteilte. Vor allem der Datenaustausch zwischen Krankenversicherern und der Sozialversicherung weist noch viel Optimierungspotential auf. Dabei gibt es unterschiede zwischen den Versicherern. „Gewisse Versicherer nehmen die Aufgabe ernster, andere foutieren sich“, sagt Mediensprecher der Departements Gesundheit und Soziales (DGS) Balz Bruder auf Anfrage von srf.ch. Ob die Bewirtschaftung der schwarzen Liste in St. Gallen besser funktionieren wird, wird sich noch zeigen.