Studie: Grosse Zufriedenheit mit Schweizer Gesundheitssystem

Die Mehrzahl der Schweizer und Schweizerinnen fühlt sich gesund. Zudem ist der grösste Teil zufrieden mit dem Gesundheitssystem und der Ansicht, dass nur kleine Veränderungen nötig sind. Zu diesem Schluss kam eine internationale Bevölkerungsumfrage, welche vom Commonwealth Fund durchgeführt wurde. Der Commonwealth Fund ist eine private Stiftung, deren Ziel unter anderem ein besserer Zugang zur Krankenversicherung und die Qualitätsverbesserung der Leistungen ist.

Grosse Zufriedenheit mit medizinischen Leistungen und HausärztInnen

Eine Verbesserung des Zugangs zu medizinischen Leistungen ist in der Schweiz nicht nötig. Die Wartezeiten im Spital beispielsweise sind nur in Deutschland noch kürzer. Auch bezüglich der medizinischen Versorgung durch HausärztInnen schneidet die Schweiz im internationalen Vergleich gut ab. 94 Prozent der 1500 befragten Personen geben den Hausärzten gute bis sehr gute Noten. Zudem scheint das Hausarztmodell (HAM) grossen Anklang zu finden in der Bevölkerung. 96 Prozent der Befragen wenden sich bei gesundheitlichen Problemen zuerst an den Hausarzt.

Trotzdem noch Verbesserungspotential vorhanden

Jedoch ist auch im schweizerischen Gesundheitssystem noch Verbesserungspotential vorhanden. Die Teilnehmer der Studie gaben an, dass sie mit der Koordination zwischen Hausarzt bwz. Hausärztin und Spezialist bwz. Spezialistin unzufrieden sind. Als Grund dafür berichteten sie, dass der Spezialist bwz. die Spezialistin vom Hausarzt bzw. von der Hausärztin keine Informationen über den Grund der medizinischen Behandlung erhalten hat. Diesbezüglich schneidet die Schweiz am schlechtesten ab im Vergleich mit den anderen Ländern, welche im Rahmen der Studie untersucht wurden.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft überflüssig durchgeführte medizinische Tests. “Rund 19 Prozent der befragten Personen in der Schweiz haben das Gefühl, dass in den zwei Jahren vor der Befragung eine Ärztin bzw. ein Arzt mindestens einen überflüssigen medizinischen Test angeordnet hat. Damit steht die Schweiz im internationalen Vergleich an der Spitze“, wie der Pressemitteilung des Commonwealth Funds zu entnehmen ist.

Qualität hat seinen Preis

Das schweizerische Gesundheitssystem ist zwar gut, aber auch teuer. Nur die USA und Norwegen geben für die Gesundheit noch mehr Geld aus als die Schweiz. Wie der Homepage von Avenir Suisse zu entnehmen ist, gelten sowohl die demografische Entwicklung, als auch regionale Interessen und mangelnde Transparenz als Gründe für eine ineffiziente Versorgung über die Kantonsgrenzen hinweg. Ein besonderer Kritikpunkt dabei ist die kantonale Spitalplanung.

Strategie “Gesundheit 2020“

Diesen Kritikpunkten soll die Strategie “Gesundheit 2020“ des Bundes entgegenwirken. Darin ist unter anderem Folgendes festgelegt: Gefördert werden sollen auf der einen Seite zeitgemässe Versorgungsangebote, auf der anderen sollen die Versorgungsqualität erhöht und vermehrt elektronische Hilfsmittel eingesetzt werden. Zu den bereits ergriffenen Massnahmen gehören der Masterplan „Hausarztmedizin und medizinische Grundversorgung“, die Erhöhung des Stellenwertes der Hausarztmedizin und der Sicherheit und Qualität bei medizinischen Behandlungen. Zudem besteht ein Entwurf eines neuen Bundesgesetzes über das elektronische Patientendossier. Das elektronische Patientendossier soll den elektronischen Zugriff auf medizinische Daten über das Mobiltelefon oder übers Internet ermöglichen und somit den Informationsfluss vereinfachen.