Studie: Männer sind häufiger krank

Eine Studie der deutschen Krankenversicherung Barmer GEK hat ergeben, dass Männer öfter und schwerer krank sind. Doch woran liegt das? Das scheinbar „starke“ Geschlecht stirbt im Durchschnitt sechs Jahre früher, bekommt früher einen Herzinfarkt, hat ab dem 30. Lebensjahr doppelt so häufig Probleme mit der Bandscheibe und verletzt sich zudem überdurchschnittlich oft.

Dies sind alles Erkenntnisse der Studie, die in Zusammenhang mit dem Hannoveraner Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung durchgeführt wurde und dafür die Daten von 3.6 Mio. männlicher Versicherter verwendete.

Sind Männer im Laufe der Evolution empfindlicher geworden? Ist ihnen Gesundheit weniger wert? Oder ist dies alles nur reiner Zufall? Nichts davon trifft zu. Experten interpretieren die Daten als Konsequenz der Rolle des Mannes in der Gesellschaft.

Dies kommt davon, dass Männer das Gefühl haben, stark sein zu müssen und sich nicht um kleine Wehwehchen zu kümmern. Nicht irgendwoher stammt das Sprichwort „Ein Indianer kennt kein Schmerz“! Es ziemt sich nicht, krank zu sein. Stattdessen setzt man sich zusätzlichen Gefahren aus, z.B. mit Extremsportarten. Besonders junge Männer pflegen einen leichtsinnigen Lebensstil, gefolgt vom Mann im mittleren Alter. Denn da droht hoher Arbeitsdruck, mangelnde Bewegung und falsche Ernährung. Diese allfällige ungesunde Lebensweise zahlt sich dann im höheren Alter aus in Form eines erhöhten Risikos für Herzinfarkt, allgemeine Herzprobleme und Bluthochdruck. Dies sind alles Leiden, die sich gut umgingen liessen oder man durch eine simple Änderung der Lebensweise den Risikofaktor verringern könnte.

Jedoch ist es nicht so, dass Männer zu faul sind, gesünder zu leben, sondern fühlen sich unter gesellschaftlichem Druck, dem Bild des Mannes zu entsprechen, der eben genau diesen Lebensstil zu pflegen scheint.

Dass sich dies nicht von heute auf morgen ändern wird, ist genauso klar wie dass es unsinnig ist, wegen des Geschlechtes weniger auf sich zu achten. Deshalb sollten auch Männer mehr vom aktuellen Gesundheitsangebot profitieren und sich von diesem angesprochen fühlen. Programme wie Rückenkurse oder Yoga sind keineswegs Dinge, die unmännlich sind, Schwäche zeigen oder einen verweichlichen, denn was ist schon wichtiger als bei guter Gesundheit zu sein? Gerade bei den Männern, die nach Studie ja viel ungesünder leben, gibt es viel nachzuholen und es hat nur positive Auswirkungen, wenn man sich um seine Gesundheit kümmert.

Informieren Sie sich also so bald wie möglich, falls Sie das Gefühl haben dass auch Sie etwas ändern könnten!

(Quelle: Schwarzwälder Bote vom 28.11.13; schwarzwalder-bote.de)