Tieferes Durchschnittseinkommen wegen Prämienerhöhung

Die gestiegenen Krankenkassen-Prämien haben das Wachstum des verfügbaren Durchschnittseinkommens in der Schweiz um 0,1 Prozentpunkte gedämpft. Das berichtet das Bundesamt für Statistik anlässlich der Präsentation des aktuellen Krankenversicherungsprämien-Index (KVPI) 2013. Der Index stieg von 2012 auf 2013 um 1,1 Prozent auf einen Wert von 170,4. Er erhielt 1990 den Wert 100 und beschreibt den Prämienanstieg von Krankengrund- und Zusatzversicherungen seit dieser Zeit. 2013 war der Anstieg bei den Prämien für Zusatzversicherungen stärker als bei denen für die Grundversicherung. Der reine Indexwert ist allerdings bei der Grundversicherung deutlich höher als bei den Zusatzversicherungen.

KVPI-Werte 2013

„Die Prämien für die Krankengrundversicherungen sind 2013 um 1% gestiegen und erreichten damit einen Indexstand von 183,1 Punkten (Basis 1999=100)“, berichtet das Bundesamt für Statistik. Bei den Zusatzversicherungen gab es dagegen einen Anstieg um 1,6%, sodass der Index hier 144,9 erreichte. Dabei sind die Entwicklungen bei den einzelnen Arten der Zusatzversicherungen recht unterschiedlich. So gab es bei den Prämien für die allgemeine Spitalzusatzversicherung ein Minus von 0,1 Prozent, während es bei den Prämien für die halbprivate Zusatzversicherung um 2,2 und bei denen für die private Spitalzusatzversicherung um 1,9% nach oben ging.

Vergleicht man Werte seit 1999 auf der Zeitachse, sieht man, dass 2010 das Jahr mit den höchsten Prämien-Anstiegen gewesen ist. Die Prämien stiegen damals insgesamt um 8,1% und zwar um 8.7% in der Grundversicherung und um 6,5% bei den Krankenzusatzversicherungen. Setzt man die Prämienwerte der jeweiligen Kantone auf 100 im Jahr 1999, so ist der Anstieg im Kanton Basel-Stadt am höchsten. Der Indexwert stieg auf 164,2 im Jahr 2013. Auf einen Wert über 150 stieg der Index in den Kantonen Zürich (151,3) und St. Gallen (151). Besonders niedrig waren die Index-Werte 2013 in Appenzell Innerrhoden (136), Graubünden (136,5) und Luzern (137).

Prämien-Anstiege und verfügbares Durchschnittseinkommen

Ansteigende Prämien sind Kostenfaktoren, die das Wachstum des verfügbaren Durchschnittseinkommens negativ beeinflussen. Wie bereits geschildert, sank das verfügbare Durchschnittseinkommen 2013 aufgrund der Prämien-Anstiege um 0,1 Prozentpunkte. Das verfügbare Durchschnittseinkommen entspricht dabei „dem Einkommen (Erwerbseinkommen, Zinsen, Renten, Rückerstattungen und Verbilligungen der Versicherungen und sonstige Einkommen) abzüglich der so genannten Transferzahlungen (beispielsweise Steuern, Sozial- und sonstige Versicherungsbeiträge)“, schreibt das Bundesamt für Statistik und ergänzt: Das verfügbare Durchschnittseinkommen ist der Betrag, „der effektiv für Konsum- und Sparzwecke zur Verfügung steht“. Schaut man sich den Einfluss der Prämien-Entwicklung aufs verfügbare Durchschnittseinkommen im Lauf der Jahre an, reicht sie von 0,0 Prozentpunkten in den Jahren 2007 und 2008 bis zu minus 0,6 Prozentpunkten im Jahr 2010. Werte von minus 0,5 Prozentpunkten gab es 2002 und 2003.