Vasektomie / Sterilisation – was zahlen Krankenkassen?

Eine Sterilisation bei der Frau oder eine Vasektomie beim Mann sind Eingriffe, die für eine dauerhafte Unfruchtbarkeit der jeweiligen Person sorgen. Sie kommen als medizinisch nicht notwendiger Eingriff in Betracht, wenn sich eine Person sehr sicher ist, im Laufe ihres weiteren Lebens keinen Kinderwunsch mehr zu entwickeln. Man muss sich bewusst sein, dass es schwierig oder gar unmöglich ist, den jeweiligen Eingriff rückgängig zu machen. Zudem gilt: Eine Kostenübernahme der Krankenkasse ist nicht garantiert.

Sterilisation und Vasektomie

Bei der Sterilisation handelt es sich um einen Eingriff bei einer Frau, der ambulant durchgeführt werden kann, je nach konkretem Fall aber auch im Spital erfolgt. Die Frau wird im Allgemeinen narkotisiert und ihre Eileiter werden im Rahmen einer Bauchspiegelung durch elektrischen Strom verschlossen. Bisweilen wird das Verschliessen auch mittels einer Metall- oder Kunststoffklammer durchgeführt. Komplikationen gelten als selten. Laut Bundesamt für Statistik „sind praktisch 30% der Frauen im Alter von 40 oder mehr Jahren, die in einer Paarbeziehung leben, freiwillig oder aus medizinischen Gründen sterilisiert“.

Vasektomie ist das Gegenstück beim Mann zur Sterilisation bei der Frau. Im Rahmen des Eingriffs werden die Samenstränge des Mannes freigelegt und durchtrennt. Ärzte raten Männern dazu, sich drei bis vier Tage nach einer Vasektomie nicht zu sehr körperlich anzustrengen. Zudem sollte man anfangs beim Geschlechtsverkehr darauf achten, dass bei etwa 35 bis 40 Samenergüssen nach der Vasektomie noch lebende Samenzellen vorhanden sein können, heisst es auf Vasektomie.ch. Wer das als Mann nicht beachtet, wird möglicherweise Vater, obwohl er genau das durch den Eingriff vermeiden wollte. Die Vasektomie ist in der Regel ein nur halbstündiger ambulanter Eingriff unter lokaler Betäubung. Sowohl die Sterilisation als auch die Vasektomie sorgen für Unfruchtbarkeit, nicht jedoch dafür, dass die jeweilige Person das Interesse an Sex verliert oder gar unfähig wird, sexuell tätig zu werden.

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Im Bundesgesetz über Voraussetzungen und Verfahren bei Sterilisationen heisst es zur Sterilisation Urteilsfähiger, dass die Sterilisation einer über 18-jährigen urteilsfähigen Person nur vorgenommen werden darf, „wenn diese über den Eingriff umfassend informiert worden ist und diesem frei und schriftlich zugestimmt hat“.

Den Eingriff rückgängig machen

In vielen Fällen ist es nicht möglich, eine Sterilisation rückgängig zu machen, während die Chance bei der Vasektomie grösser ist. Dennoch bleibt auch hier die Gefahr, dass der Mann nach rückgängig gemachter Vasektomie NICHT wieder zeugungsfähig wird. Generell gilt, dass die Chance auf erneute Zeugungsfähigkeit umso mehr sinkt, je mehr Zeit seit der Vasektomie vergangen ist. Man sollte also in jedem Fall intensiv darüber nachdenken, bevor man einen Eingriff wie eine Sterilisation oder eine Vasektomie durchführen lässt.

Zahlt die Krankenkasse?

Eine Sterilisation oder Vasektomie gehört nicht zu den krankenkassenpflichtigen Leistungen. Eine Kostenübernahme der Krankenkasse ist also kein Muss. Manche tun es dennoch. Im Zweifelsfall sollte man bei seiner Krankenkasse anfragen. Sicher ist eine Kostenübernahme bei passender Zusatzversicherung. So beteiligt sich etwa die Helsana-Gruppe im Rahmen ihrer Zusatzversicherung TOP mit 75% bis zu einer Maximalsumme von 3.000 Franken an den Kosten für eine Sterilisation oder Vasektomie. Versicherte mit der Helsana Zusatzversicherung COMPLETA erhalten für dieselben Eingriffe ebenfalls 75% der Kosten erstattet, allerdings bis zu einer Summe von 4.500 Franken pro Kalenderjahr.

Ein weiterer Versicherer, der im Rahmen von Zusatzversicherungen einen Anteil der Kosten von Sterilisationen und Vasektomien übernimmt, ist die ÖKK. Bei ihr übernehmen einige Zusatzversicherungen 50% der Kosten bis zu 1'000 Franken. Neben den beiden hier genannten gibt es weitere Krankenkassen mit Zusatzversicherungen, die einen Teil der Vasektomie- oder Sterilisationskosten tragen. Ein Krankenkassenvergleich kann sich lohnen.