Was bitte ist… Iridologie

Die Iridologie wird auch Iris- oder Augendiagnostik genannt und gehört zu den alternativmedizinischen Verfahren. Sie wird in der Regel nicht als Diagnosetechnik zum Erkennen bestimmter Krankheiten genutzt. Stattdessen kann sie – so die Iridologen – einiges über den Zustand des Körpers und von Bereichen des Körpers wie dem Nerven- und dem Bewegungssystem sowie den Organen verraten. Das trägt einiges zur Entscheidung für exakt passende therapeutische Massnahmen bei. Viele Iridologen sehen die Augendiagnostik als einen mehrerer Bausteine in einer guten Diagnostik und setzen die Iridologie auch prophylaktisch ein, um Krankheitsrisiken früh zu erkennen.

Eine kurze Geschichte der Iris-Diagnose

Verfahren, mit denen Heilkundige versuchen, Krankheiten durch Blicke in die Augen eines Patienten zu erkennen, soll es bereits im alten Ägypten gegeben haben. Die meisten Wurzeln der heutigen Iridologie reichen aber weniger weit zurück und sind aber vor allem mit zwei Namen verknüpft: mit Philippus Meyens und Ignaz von Peczely. Meyens soll die Irisheilkunde 1760 erstmals beschrieben haben und Ignaz von Peczely gilt als der Vater der modernen Iridologie.

Peczely soll die Faszination für die Augendiagnose der Legende nach in jungen Jahren bei der Pflege einer Eule mit gebrochenem Bein entwickelt haben. Während des Heilungsprozess habe Peczely Veränderungen im Auge der Eule beobachtet, heisst es. Das habe ihn zur Idee gebracht, dass Körperzustände sich an den Augen ablesen lassen. Peczely entwickelte im Lauf der Zeit eine Iriskarte, die den Körperbereichen einzelne Regionen der Iris zuordnete.

Weitere Namen, die rund um die moderne Iridologie häufiger fallen, sind beispielsweise Walter Lang, Franz Vida und Josef Deck, die alle für sich in Anspruch genommen haben, Belege für das Funktionieren der Iris-Diagnostik gefunden zu haben. Viele Schulmediziner verweisen dagegen darauf, dass wissenschaftliche Belege für verlässliche Irisdiagnosen komplett fehlen.

Aufgaben der Iridologie

Laut Angaben von Iridologen kann die Augendiagnose unter anderem Aussagen über den Zustand des Immunsystems, des Nervensystems, der Organe, der Durchblutung und des Stoffwechsels ermöglichen.  Erkannt werden können laut Aussage von Iridologen Dispositionen und Diathesen als Veranlagungen, die das Auftreten bestimmter Körperschädigungen begünstigen. Die Irisdiagnostik findet dabei laut Aussage einiger Iridologen bisweilen tiefer gehende Ursachen für Gesundheitsprobleme als die Diagnostik der klassischen Schulmedizin.

Als ein Beispiel dafür nennen einige Iridologen die klassische Allergie-Diagnose der Schulmedizin, die zu Methoden führt, mit denen die Symptome der Allergie oftmals erfolgreich bekämpft werden. Die Ursachen, so die Iridologen, werden indes nicht gefunden. Hier kann Iridologie nach Ansicht der Iridologen helfen, weil sie häufig auch aufzeigt, welche Disposition für ein Entstehen der Allergie gesorgt hat und so dazu beiträgt, nachhaltiger wirkende Therapien zu finden.

Einige Zusatzversicherungen beteiligen sich an den Kosten

Iridologie gehört zu den alternativmedizinischen Behandlungsformen, an denen sich die Obligatorische Grundversicherung nicht beteiligt. Allerdings gibt es Zusatzversicherungen wie beispielsweise „Natura“ des Versicherers Assura. Sie beteiligen sich an den Kosten solcher Behandlungen, sofern sie bei Therapeuten ablaufen, die von der Krankenkasse anerkannt werden. Wer häufiger auf nicht von der Grundversicherung gedeckte alternativmedizinische Behandlungen setzt, sollte deshalb darüber nachdenken, ob sich eine passende Zusatzversicherung für ihn lohnt.