Zähneknirschen behandeln: Zahlt die Krankenkasse?

Knirscht man nachts mit den Zähnen, ist oftmals Stress die Ursache. Eine speziell angefertigte Nachtschiene verspricht meistens Hilfe. Darauf hat aktuell der Verband der kleinen und mittleren Krankenversicherer RVK hingewiesen. Was allgemein oft Zähneknirschen genannt wird, heisst medizinisch Bruxismus und kann sowohl den Zähnen als auch dem Kiefer schaden. Laut eines Artikels des Onmeda-Ärzteteams im Konsumentenmagazin Beobachter.ch waren 2012 etwa 20% aller Schweizer von Bruxismus betroffen. Ob ein Krankenversicherung eine Nachtschiene bei Bruxismus zahlt, ist recht unterschiedlich. Man wird beim Versicherer nachfragen müssen. Zugleich gilt: Die Nachtschiene ist alleine oft nicht ausreichend als Abhilfe. Auch gegen den Stress, der dem Bruxismus meistens zugrunde liegt, sollte man vorgehen.

Bruxismus hat häufig eine seelische Ursache

Stress, psychische Anspannungen, traumatische Erlebnisse: Das alles kann zu einer Menge gesundheitlicher Probleme führen. Bruxismus ist nur eine davon und keineswegs immer die unangenehmste. Unterschätzen sollte man die Risiken des Zähneknirschens allerdings nicht. Der Verband RVK berichtet von typischen Symptomen wie „verspannte Kaumuskeln, Zahnschmerzen oder gar Risse im weissen Zahnschmelz“, die am Morgen nach dem Zähneknirschen auftreten können. Schmerzende Zähne und ein schmerzender Kiefer sowie Kopfschmerzen und Tinnitus können weitere Folgen des Bruxismus sein.

Gute Therapien setzen häufig an zwei Punkten an. Sie versuchen einerseits, die negativen Folgen des Zähneknirschens zu verringern oder gänzlich zu vermeiden. Das ist etwa mit einer Nachtschiene möglich. Andererseits zielen Therapien auch auf die eigentliche Ursache des Zähneknirschens: auf den Stress. Hier können unter anderem Therapieansätze wie Yoga oder auch Psychotherapien helfen.

Nachtschienen können Zähne und Kiefer schützen

Ein stark ausgeprägtes Zähneknirschen kann bis zu 45 Minuten am Stück dauern, wobei teils eine Kraft auf Zähne und Kiefer wirkt, die einem Gewicht von mehreren Hundert Kilogramm entspricht, heisst es im Bericht des Onmeda-Ärzteteams auf Beobachter.ch aus 2012. Nachtschienen, die gegen Folgen des Zähneknirschens helfen können, entstehen auf Basis eines Gebissabdrucks und bedecken in der Regel sämtliche Zähne im Unter- oder Oberkiefer. Dadurch schützen sie die Zähne vor Abrieb, aber auch den Kiefer vor Überlastungen.

Zahlt die Krankenkasse?

Das muss abgeklärt werden. Grundsätzlich gilt: Die obligatorische Grundversicherung bezahlt zahnmedizinische Behandlungen nur in wenigen Fällen. Allerdings handelt es sich bei einer Bruxismus-Therapie mit Nachtschiene nicht zwangsläufig um eine überwiegend zahnmedizinische Therapie. Dient die Therapie vor allem dazu, etwas gegen die Überlastung des Kiefers zu unternehmen, handelt es sich möglicherweise um eine ärztliche und keine zahnärztliche Massnahme. Dann könnte es der Fall sein, dass die obligatorische Grundversicherung zahlt. Zahlt sie nicht, muss man auf eine eventuell abgeschlossene Zusatzversicherung bauen, wenn man auf eine komplette oder teilweise Kostenübernahme durch die Krankenkasse hofft. Zusatzversicherungen können auch geeignet sein, die Kosten von Stress abbauenden Massnahmen wie Yoga-Kursen für den Versicherten zu reduzieren. Das passende Angebot einer solchen Versicherung findet man am einfachsten durch das Einholen verschiedener Krankenkasse Offerten heraus.