Zahnspange nötig? Zusatzversicherung lohnt sich

Zahnspangen können bei Kindern eine sehr sinnvolle Massnahme sein, um Kiefer- und/oder Zahnfehlstellungen zu korrigieren. Allerdings können Zahnspangen eine kostenintensive Angelegenheit sein. Die Grundversicherung übernimmt dabei nur in Ausnahmefällen einen Teil der Kosten. Darauf wies jüngst nochmals der Krankenversicherer Atupri in seinem Blog hin. Die Atupri rät dazu, frühzeitig eine passende Zahn-Zusatzversicherung für seine Kinder abzuschliessen.

Zahnfehlstellung: Muss man die behandeln?

Nicht jede Zahnfehlstellung ist gleich und manch eine leichte Fehlstellung kann durchaus unbehandelt bleiben, falls für den Patienten nicht ästhetische Gründe den Ausschlag für eine Korrektur geben. Bei mittleren und schweren Zahnfehlstellungen sind es oft aber keineswegs nur ästhetische Gründe, die eine Behandlung ratsam machen. Zahnfehlstellungen können beispielsweise Sprachfehler wie Lispeln begünstigen oder zu einer Überbelastung der Kiefergelenke führen. Ob und gegebenenfalls wie eine Zahnfehlstellung behandelt wird, sollte daher mit einem Zahnarzt abgeklärt werden.

Invisalign, feste und herausnehmbare Zahnspangen

Manche Medizinhistoriker sehen die Ursprünge moderner Zahnspangen-Behandlungen bereits in der Römerzeit, aber die damaligen Empfehlungen für die Behandlung eng stehender Zähne hatten mit Zahnspangen von heute noch nicht wirklich viel zu tun. Als ein Vater der modernen festen Zahnspange gilt der US-amerikanische Kieferorthopäde Edward H. Angle, der sein System in den Jahren 1928/1929 herausbrachte. Der Begriff „feste Zahnspange“ zeigt bereits: Es gibt Unterschiede zwischen den verschiedenen Zahnspangen.

Bei der festen Zahnspange werden sogenannte Brackets an den Zähnen befestigt und durch Draht miteinander verbunden. Durch diesen Draht wirken Kräfte auf die Zähne und bewegen sie ganz langsam in eine gewünschte Richtung, bis sie eine gewünschte Position erreichen. Eine Alternative sind herausnehmbare Zahnspangen. Die Möglichkeit für den Patienten, jederzeit vorübergehend auf das Tragen der Zahnspange zu verzichten, kann ebenso ein Vor- wie ein Nachteil sein. Sie gibt dem Patienten mehr Freiheit beim Umgang mit der Zahnspange. Das birgt aber natürlich auch das Risiko, dass die Zahnspange zu oft herausgenommen wird, was eine erfolgreiche Korrektur der Zahnstellung erschwert.

Eine spezielle Variante der Zahnfehlstellungskorrektur ist das aus den USA stammende Invisalign-Verfahren. Hierbei werden Aligner genannte Zahnspangen aus sehr dünnem Kunststoff eingesetzt. Sie werden eigens für den Patienten hergestellt und beispielsweise alle zwei Wochen gegen neue ausgetauscht. Allerdings hat der Patient selbst hier ebenfalls die Möglichkeit, die Aligner herauszunehmen. Das bringt ähnliche Vor- und Nachteile wie klassische herausnehmbare Zahnspangen. Als grossen Vorteil des Invisalign-Verfahrens empfinden einige Menschen, dass die Aligner im Mund nahezu unsichtbar sind.

Die Grundversicherung übernimmt Kosten nur selten

„Je nach Behandlungsart übersteigen die Gesamtkosten die 10’000.– Franken-Marke“, schreibt der Krankenversicherer Atupri zu den Kosten kieferorthopädischer Behandlungen in seinem Blog. Dabei sind die Kosten allerdings fallabhängig sehr unterschiedlich. So gibt beispielsweise ein Schweizer Zahnarztteam im Internet als Kostenrahmen für eine kieferorthopädische Behandlung mit Invisalign oder fester Zahnspange eine Bandbreite zwischen 4.000 und 12.000 Franken an. Das ist natürlich ein immenser Spielraum.  Die Höhe von Kostenvoranschlägen kann auch bei verschiedenen Zahnärzten variieren. Atupri rät deshalb, verschiedene Zahnärzte zu kontaktieren und um Kostenschätzungen zu bitten.

Die Fälle, in denen die Grundversicherung sich an den Kosten einer kieferorthopädischen Behandlung beteiligt, sind sehr begrenzt. Die passenden Richtlinien stehen in den Artikeln 19 und 19a der Krankenpflege-Leistungsverordnung. Auf der Basis dieser Richtlinien hat vor allem derjenige eine Chance auf Kostenbeteiligung durch die Grundversicherung, dessen Zahnfehlstellung durch „Geburtsgebrechen“ wie beispielsweise eine Lippen-, Kiefer- und Gaumenspalte verursacht wird. In anderen Fällen bleibt man auf den Kosten sitzen, sofern man nicht eine passende Zusatzversicherung abgeschlossen hat. Die ist in vielen Fällen durchaus ratsam. Die individuell beste Variante einer Zahn-Zusatzversicherung findet man beispielsweise durch einen Online-Vergleich. Bei der Atupri heisst diese Versicherung Denta und greift bei Behandlungen, die mindestens sechs Monate nach dem Versicherungsabschluss stattfinden. Abhängig vom Versicherungsmodell liegt die Kostenbeteiligung des Versicherers dann bei 60 bis 80 Prozent.